FUSSBALL: "ER KANN NOCH VIEL GROSSES ERREICHEN"

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04.09.2010 

(Si) Seit einem Monat gehört Paul Annacone zum Team von Roger Federer. Der arrivierte amerikanische Trainer traut seinem prominenten Schützling für den weiteren Verlauf der Karriere noch viel zu.

Als der 16-fache Major-Gewinner zum Telefon griff, war Annacone hoch erfreut über die Anfrage: "Es ist eine Ehre für mich, dass mich Roger gewählt hat. Er vereinigt alle Qualitäten, die ich mir erhoffen kann: Einen guten Charakter, Professionalität, Integrität und die Offenheit für Neues." Gerade letzterer Punkt hat den ehemaligen Wimbledon-Viertelfinalisten sehr überzeugt, wie er gegenüber den Schweizer Medien sagte: "Bei unserem ersten Treffen war ich beeindruckt von seiner Energie und Entschlossenheit. Man hätte meinen können, da stünde ein Junior, so motiviert war er. Diese ersten Gespräche waren entscheidend, denn ich wollte wissen, was er in diesem wichtigen Abschnitt seiner Karriere vorhat.

Der einstige Offensivkünstler, der am 26. Juli offiziell als "Erweiterung des Staffs" annonciert und nach der Testphase am Samstag vor dem US Open "promoviert" wurde, zieht nach der Trainingsphase in Zürich, dem Turnier in Toronto und den bisherigen Erfahrungen im "Big Apple" eine positive Bilanz. Er unterstrich auch die Qualität der anderen Teile der Federer-Entourage: "Sein Team hat schon vor meiner Ankunft fantastische Arbeit geleistet. Severin Lüthi kennt Roger perfekt und auch das Tennis im allgemeinen. Er hat mir enorm geholfen. Ich bin nur ein zusätzliches Element bei den weiteren Erfolgen. Wir sind alle da, um Roger bei seinem Spiel zu helfen und er hat alles, was es braucht."

Annacone selber kannte die Grundlinie in seinem Spiel fast nur vom Hörensagen und auch seine bisherigen Top-Schützlinge -- Pete Sampras und Tim Henman -- huldigten einem extrem offensiven Stil. Die Frage, ob er nun auch aus Federer einen Netzspieler machen will, beantwortet er differenziert: "Die taktischen Entscheide muss er selber fällen. Aber es wäre ja blöd, nur zwei Waffen zu verwenden, wenn man viel mehr im Arsenal hat." Der 47-Jährige aus dem Bundesstaat New York betreute sowohl Sampras als auch Henman im Herbst ihrer Karriere. Und dies sehr erfolgreich, wie ein Kompliment von Henman belegt: "Er hat mir gesagt, er habe sein bestes Tennis mit mehr als 30 Jahren gespielt." Ähnliches traut Annacone auch Federer zu: "Das Wichtigste für Roger ist, dass er weiss, was er in seiner Karriere noch erreichen will. Glauben Sie mir, er hat noch zahlreiche gute Jahre vor sich und kann noch viel Grosses erreichen."