FUSSBALL: SCHWIERIGE AUFGABE FÜR BASEL UND YB

Fussball

20.08.2010 

(si) Titelverteidiger Basel könnte, falls sich der letzte Bezwinger Luzern bei den Grasshoppers einen Ausrutscher erlaubt, mit einem Sieg in Thun die Leaderposition erobern. Für die Young Boys geht es im Heimspiel gegen den FC Zürich darum, den Schwung aus dem starken Auftritt gegen die Tottenham Hotspur vom Dienstag mitzunehmen. In der heimischen Liga befindet sich das Team von Vladimir Petkovic noch immer in der "Probierphase". Die Leistungen der Berner waren bislang alles andere als konstant.

Das Wissen, mit mindestens einem Remis am kommenden Mittwoch auf einen Schlag rund 25 Millionen Franken in die Vereinskasse fliessen zu lassen, dürfte bei YB die Prioritäten für einmal verschieben. Eine Niederlage gegen den FCZ wäre zu verkraften, um im Hinblick auf das Rückspiel gegen die Spurs nicht zuviel Kraft zu verpuffen. Schliesslich bleibt in der Super League noch während 30 Runden die Möglichkeit, Punkte zu sammeln -- und sich als Meister direkt für die Champions League zu qualifizieren.

YB-Trainer Petkovic hatte bislang das Problem, dass sich personelle Wechsel nicht im Resultat niederschlugen. Das Rotationsprinzip funktionierte trotz einer für Schweizer Verhältnisse aussergewöhnlich stark besetzten Ersatzbank (vor allem offensiv) nicht wie gewünscht, einziger Sieg in der Liga bleibt das 2:1 bei GC vor zwei Wochen. Vorstellbar wäre, dass Christoph Spycher gegen den FCZ wieder als Ballverteiler im Mittelfeld zum Einsatz kommt und Mario Raimondi als Linksverteidiger ins Team rückt.

Der neue CEO Ilja Kaenzig bezeichnete die kommende Doppelbelastung als "riesiges Problem". Denn aus dem Kader der Young Boys wissen nur Spycher (aus seiner Zeit mit Frankfurt) und David Degen (mit dem FC Basel) aus eigener Erfahrung, wie anstrengend eine Saison mit drei Wettbewerben sein kann. Dieses Problem kennt der FCB zwar auch, zeigte aber in der letzten Saison ab September eindrücklich, dass er der Situation gewachsen ist.

In Thun steht dem FCB eine Woche nach dem 1:4 gegen Luzern ein weiterer Spitzenkampf in der frühen Phase der Meisterschaft bevor. Das Team von Murat Yakin wäre für Basel im Normalfall und zu einem späteren Zeitpunkt der Saison wohl weniger ein Gradmesser als zur Zeit. Laut FCB-Coach Fink reitet Thun "auf einer Welle der Aufstiegseuphorie reitet".

Yakin findet, seine Mannschaft habe sich Respekt verschafft. Der langjährige Basler Captain geht davon aus, dass auch Basel geschlagen werden kann, wenn alles klappt. Das Selbstvertrauen des erfolgreichen Jungtrainers hat sich problemlos auf die Spieler übertragen (lassen). Der gelungene Start der Berner Oberländer gibt der Philosophie ihres Trainers recht. Nur einmal seit der Ligareform hatte ein Team schneller neun Punkte auf dem Konto: Sion benötigte 2006 nur vier Spiele (10 Zähler) dafür.

St. Gallen - Sion (Resultate aus den Direktduellen der letzten ASL-Saison: 1:1, 1:2, 1:0, 1:5). -- Samstag, 17.45 Uhr. -- Absenzen: Nushi (gesperrt); Serey Die (verletzt). -- Fraglich: Frick, Pa Modou, Knöpfel; keiner. -- Statistik: St. Gallen stellt mit 14 Gegentoren die schwächste Abwehr der Liga. Fünf der acht Tore, die Germano Vailati in der ersten Halbzeit kassierte, fielen zwischen der 16. und 30. Minute. Sion fuhr in den ersten drei Auswärtsspielen (7 Punkte) schon mehr als 50 Prozent der Ausbeute der letzten Saison (13) ein.

Thun - Basel (keine Spiele 2009/10). -- Samstag, 17.45 Uhr. -- Absenzen: Scarione; Cabral, Kusunga, Stocker (alle verletzt), Costanzo (gesperrt). -- Fraglich: keiner; Streller. -- Statistik: Basel kassierte in Bellinzona und gegen Luzern erstmals unter Thorsten Fink zwei Liga-Niederlagen in Folge. Thun ist als einziges Team noch ungeschlagen, eine bessere Startbilanz kann seit der Ligareform 2004 kein anderer Aufsteiger vorweisen. Aus den letzten elf Duellen mit Basel ging Thun aber nie als Sieger hervor (neun Niederlagen, 8:29 Tore) und hat jeweils maximal ein Tor erzielt.

Grasshoppers - Luzern (1:2, 0:0, 2:4, 0:1). -- Sonntag, 16.00 Uhr. -- Absenzen: Callà, D'Angelo, Silas; Ianu, Büchli, Lambert, Sorgic (alle verletzt). -- Fraglich: Keiner; Kukeli. -- Statistik: GC gehörte in der letzten Saison zu den Luzerner Lieblingsgegnern. Ciriaco Sforza holte mit seinem aktuellen Team gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber nur einen Punkt. Für Luzern gilt es, den langen Ausfall von Cristian Ianu (Schienbeinbruch) in irgendeiner Weise zu kompensieren.

Neuchâtel Xamax - Bellinzona (1:1, 4:1, 2:3, 2:0). -- Sonntag, 16.00 Uhr. -- Absenzen: Bedenik, Gelabert, Paito; Conti, Gaspar, La Rocca (alle verletzt), Mattila (gesperrt). -- Fraglich: Fatadi; keiner. -- Statistik: Xamax betrieb mit zwei Niederlagen in den ersten beiden Heimauftritten keine Eigenwerbung. Bellinzonas Bilanz in Neuenburg gibt dafür Anlass zu Hoffnung: 13 von 15 Mal reisten die Tessiner ohne Punkt wieder ab, zwei Mal gab es wenigstens ein Remis, das vernichtende Torverhältnis: 10:48.

Young Boys - Zürich (3:2, 3:0, 2:1, 2:0). -- Sonntag, 16.00 Uhr. -- Absenzen: Dudar, Lingani; Barmettler, Chermiti, Chikhaoui, Stahel (alle verletzt). -- Statistik: Die letzte Saison hatte der FCZ mit dem damaligen Trainer Bernard Challandes gegen die Young Boys nichts zu lachen. Alle zwölf Punkte mussten dem Gegner überlassen werden. Der letzte Zürcher Erfolg in Bern geht auf den 19. Mai 2007 (3:2 dank Almen Abdis Tor in der 89. Minute) zurück, seither setzte es vier Niederlagen ab, zweimal gab es keinen Sieger.