20.08.2010
(si) Am Freitag um 14 Uhr eröffnete OK-Präsident Urs Schneider offiziell das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest -- das dritte Eidgenössische in Frauenfeld innert fünf Jahren nach dem Turn- und dem Jodlerfest.
Für die Schwinger beginnt der Anlass, der 21 Millionen Franken kostet und 200 000 Leute anzieht, am Samstag um 8 Uhr in der Früh. Zwischen 9 und 10 Uhr greifen in der absoluten Spitzenpaarung Schwingerkönig Jörg Abderhalden und Kilchberg-Sieger Christian Stucki zusammen. Die Bedeutung des "Anschwingens", in dem es ausserdem zu den Favoritenduellen Philipp Laimbacher - Matthias Sempach und Arnold Forrer - Christian Schuler kommt, wird aber gemeinhin überschätzt.
Denn das Eidgenössische wird sicher nicht im Anschwingen entschieden. Fünf der letzten sechs und sechs der letzten acht Schwingerkönige haben den ersten Gang nicht gewonnen. Nur Ernst Schläpfer 1983 in Langenthal und Adrian Käser 1989 in Stans starteten mit einem Sieg ins Fest, das sie zum König machte. Jörg Abderhalden stellte vor drei Jahren im ersten Gang mit Martin Grab, ehe er mit sieben Siegen durchmarschierte. Bei seinem ersten Königstitel (1998) startete Jörg Abderhalden sogar mit einer Niederlage -- ebenso wie Arnold Forrer 2001 und Harry Knüsel 1986. Ernst Schläpfer, mittlerweile Obmann des Schwingerverbandes, missrieten vor 30 Jahren in St. Gallen sogar die ersten zwei Gänge (zweimal Unentschieden), trotzdem sicherte er sich mit sechs Maximalnoten noch den Festsieg und den Königstitel.
Um das zu verstehen, muss man wissen, wie ein Schwingfest funktioniert. Für den ersten Gang werden jeweils ungefähr gleich starke Schwinger gegeneinander in den Sägemehlring geschickt. Für alle nachfolgenden Kämpfe wird aufgrund der aktuellen Rangliste "eingeteilt": Sieger treffen auf Sieger, Verlierer auf Verlierer. Wer im ersten Gang nicht gewinnt, trifft voraussichtlich am ersten Tag auf etwas leichtere Gegner. Im zweitägigen Marathon mit acht statt sechs Gängen (wie an allen übrigen Schwingfesten) setzt sich nur durch, wer am Sonntagnachmittag noch über viel Kraft verfügt und "böse" ist.
Die wichtigsten Paarungen im 1. Gang: Jörg Abderhalden - Christian Stucki, Arnold Forrer - Christian Schuler, Philipp Laimbacher - Matthias Sempach, Stefan Burkhalter - Martin Grab, Christoph Bieri - Ady Laimbacher, Bruno Gisler - Kilian Wenger, Willy Graber - Damien Zurfluh, Daniel Bösch - Matthias Siegenthaler, Stefan Fausch - Matthias Glarner, Urban Götte - Andreas Ulrich, Andy Büsser - Stefan Zbinden, Christian Dick - Bruno Fäh, Edi Philipp - Ady Tschümperlin, Thomas Achermann - Hanspeter Pellet, Peter Imfeld - Thomas Sempach, Benji von Ah - Thomas Zaugg, Ueli Banz - Mario Thürig, Reto Maurer - Bruno Müller, Thomas Arnold - Thomas Zindel, Martin Koch - Hansruedi Lauper.