FUSSBALL: VORSCHAU 5. RUNDE

Fussball

14.08.2010 

Bewährungsprobe gegen hochkarätige Luzerner Offensive

(Si) In der Axpo Super League steht die 5. Runde im Zeichen der Spitzenpaarung Basel - Luzern. Der Meister will nach der Pleite in Bellinzona eine Reaktion zeigen.

Champions-League-Qualifikation, Einsätze mit Landes-Auswahlen und Meisterschafts-Alltag: Schon zu einem frühen Zeitpunkt in der neuen Saison sind zahlreiche Basler Profis einer strapaziösen Mehrfach-Belastung ausgesetzt. Abstriche wie am vergangenen Wochenende beim 0:1 in Bellinzona müssen in Kauf genommen werden. "Solche Niederlagen können heilsam sein", mag Trainer Thorsten Fink dem Ausrutscher Positives abgewinnen. Sie führen der Equipe vor Augen, dass Aufgaben wie jene im Comunale-"Stadiönli" keine Selbstläufer sind.

Luzerns Coach Rolf Fringer ist nicht glücklich über die Ausgangslage. "Ich hätte es lieber gehabt, wenn die Basler in Bellinzona nicht gestolpert wären. Sie möchten sich nun rehabilitieren." Von seinem Ensemble erwartet Fringer, dass es in der Defensive wieder konzentrierter ans Werk geht und trotz der Aussenseiter-Rolle frech nach vorne spielt. Das im Angriff gut bestückte Luzern kann den Fokus auf das nationale Geschehen legen. Die Innerschweizer verabschiedeten sich aus dem Europacup bei erster Gelegenheit.

Spiel 1 nach Niedermaier/Varela

Brisanz birgt die Partie im Stade de Suisse. Die Young Boys empfangen mit Neuchâtel Xamax einen Kontrahenten, der sie in der jüngeren Vergangenheit auf der Jagd nach dem Meistertitel mehrmals zurückgebunden hat. Es ist das Spiel 1 nach der Absetzung von YB-CEO Stefan Niedermaier und der ungewöhnlichen Vertragsauflösung von Xamax-Diva Carlos Varela. In der Bundeshauptstadt flogen in dieser Woche die Fetzen. Der Rauswurf von Niedermaier und die Berufung von "Blick"-Sportchef Ilja Kaenzig als dessen Nachfolger ist nicht überall auf Gegenliebe gestossen.

Gegen das Schlusslicht Xamax müssen die Berner auf ihren Abwehrchef Emiliano Dudar verzichten, weil sich dieser im Training eine Sprunggelenk-Verletzung zugezogen hat. Dafür dürfen sie auf einen selbstbewussten Moreno Costanzo hoffen. Er hat im Dress der Schweizer Nationalmannschaft mit seinem Siegtor gegen Österreich einen Einstand nach Mass gefeiert.

Die Neuenburger beklagen momentan eine löchrige Abwehr. In den letzten drei Spielen kassierten sie elf Gegentreffer, wobei Abdou Rahman Dampha gleich zwei Eigentore unterliefen.

Verärgerte St. Galler Fans

Dunkle Wolken haben sich über der AFG-Arena zusammengebraut. Der FC St. Gallen ist schwach in die Saison gestartet. Einem hart erkämpften Heimsieg gegen Bellinzona stehen drei deutliche Zu-Null-Niederlagen gegenüber. Die Ostschweizer bekommen zu spüren, dass sie in der Sommerpause auf dem Transfermarkt nicht mit der grossen Kelle anrühren konnten. Der Wille ist vorhanden, bei den Zuzügen nachzulegen. Zu Johan Vonlanthen soll Kontakt bestehen. Ob der FCSG derzeit jedoch über die Mittel verfügt, einen Spieler dieses Kalibers an Land zu ziehen, ist mehr als fraglich.

Überdies sorgen bei den St. Gallern immer wieder die Strukturprobleme im administrativen Bereich für Gesprächsstoff. Von vielen Seiten wird gefordert, dass eine von drei Aktiengesellschaften aufzulösen sei. Ins Visier der Kritiker ist die offenbar unrentable Betriebs AG geraten. In rund zwei Wochen soll eine Medienkonferenz Klarheit schaffen. Dies vermag das Umfeld nicht zu beruhigen. Ein langjähriger Supporter hat die Interessengemeinschaft "Pro-FCSG" gegründet. Er ruft die Anhänger auf, Fan-Artikel an den Präsidenten Michael Hüppi zu schicken und damit friedlich gegen die delikate Situation zu protestieren. Bis gestern Freitag sollen 300 Wimpel bei Hüppi eingetroffen sein.

Morgen Sonntag bietet sich den Grün-Weissen auf dem heimischen Rasen die Chance, das Image etwas aufzupolieren. Die Grasshoppers sind ein Gegner, der ebenfalls darum kämpft, einen Aderlass (u.a. Abgänge von Ben Khalifa, Zarate, Lulic und Sommer) zu kompensieren. Die Zürcher warten in der Meisterschaft auf den ersten Sieg.

Kann Sion den Aufsteiger stoppen?

Der FC Thun befindet sich aktuell nur während Teambildungs-Übungen im freien Fall. Beim Canyon Jumping in Grindelwald zelebrierte der Aufsteiger seine Ungeschlagenheit. Die Berner Oberländer könnten gar mit dem Punktemaximum an der Spitze stehen, wenn sie nicht gegen YB und GC in den Schlusssekunden Siege verschenkt hätten. Der Höhenflug hat dem Trainer Murat Yakin eine Vertragsverlängerung eingebracht. Dieses Signal soll dazu beitragen, dass die Euphorie anhält. Die nächste Station ist am Sonntag das Sittener Tourbillon. Im letzten Herbst hatten die Thuner den damals oberklassigen und als Titelverteidiger angetretenen FC Sion aus dem Cup geworfen. Allerdings konnten sie in der obersten Schweizer Spielklasse noch nie gegen die "Wundertüte" aus dem Wallis gewinnen. Bei Sion ist der als Ersatz für den abgewanderten Emile Mpenza verpflichtete Serbe Dragan Mrdja noch nicht einsatzberechtigt.

Die AC Bellinzona strebt einen besonderen Hattrick an. Die Tessiner wollen nach YB und Basel einer dritten Top-Adresse eine überraschende Niederlage zufügen. Diesmal muss sich die "Granata" allerdings auswärts bestätigen. Sie reist zum FC Zürich. Der mit wenig Kredit ausgestattete Trainer Roberto Morinini plant einen weiteren Coup.