06.08.2010
(Si) Lausanne-Sport führt den erstaunlichen Parcours durch die Europa-League-Qualifikation fort und setzte sich auch gegen Randers (Dä) durch. Dank des 1:1 im Heimspiel (Hinspiel 3:2) spielt der Challenge-League-Verein am 19. und 26. August um den Einzug in die Gruppenspiele.
In Lausanne dürfen sie weiterträumen. Von einem grossen Gegner in den Playoffs. Von Duellen gegen Top-Klubs wie Liverpool oder Juventus Turin. Von viel Geld, denn die Teilnehmer der Gruppenspiele erhalten von der UEFA rund 5 bis 6 Millionen Franken Startprämie. Doch schon gegen Randers war der Fussball am Léman en vogue wie lange nicht mehr. 8150 Fans strömten auf die Pontaise, so viele wie seit dem Zwangsabstieg 2002 nicht mehr.
Die Waadtländer leben als unterklassige Mannschaft im Europacup einen Traum, doch sie erreichen ihre Ziele mit sehr realistischem Fussball. Schon in der Vorwoche bestachen sie beim 3:2 in Randers mit schier unglaublicher Effizienz im Abschluss. Auf der Pontaise machten sie im Rückspiel erneut aus wenig ziemlich viel. Eine der raren Chancen nutzte der eingewechselte Rodrigo Tosi nach einem Corner mit dem Kopf zum 1:1 (68.). Knapp 20 Minuten zuvor hatte der Armenier Jura Mowsisyan den Randers FC in Führung gebracht.
Die Dänen hatten nicht die Klasse, Lausanne derart zu bedrängen, dass ein Sieg mit zwei Toren Differenz möglich gewesen wäre. Zu Beginn der beiden Halbzeiten hatten sie ihre besten Aktionen und kamen in diesen Minuten auch zu drei guten Gelegenheiten. Zweimal reagierte Lausannes Torhüter Athony Favre gegen die Schüsse von Stürmer Beckmann glänzend.
Lausanne wollte mit einem frühen Tor schnell für Klarheit sorgen, doch dominant waren die Waadtländer während der 90 Minuten kaum. Aber sie verloren im vorab in den ersten 45 Minuten kräftigen Regen auch nie die Übersicht. Im 4-4-2-System des neuen Trainers Martin Rueda sind die Rollen klar verteilt. Auch nach dem Platzverweis gegen Katz (gelb-rot) trat das Team in den letzten elf Minuten als Einheit auf.
Die zentralen Mittelfeldspieler Nicolas Marazzi und Fabio Celestini strahlten Ruhe aus auf ihre Mitspieler, vorne hielten Silvio und Jocelyn Roux immer wieder den Ball in den eigenen Reihen. Sie waren das Rückgrat an dem sich die Mannschaft trotz einiger Schwächen in der Abwehr immer wieder aufrichten konnte.
So wurde Lausanne auch nach dem Gegentreffer nicht nervös. Randers hätte nun noch ein Tor gebraucht für die Wende, doch zu einem gefährlichen Abschluss kamen die Dänen bis zu Lausannes Ausgleich nicht.