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FUSSBALL: FC AARAU IN 3 JAHREN ZURÜCK IN DIE ASL

Fussball

23.07.2010 

(spg) Erstmals seit 1980 beginnt der FC Aarau eine Saison in der zweithöchsten Liga. Die Aargauer sind eine der Attraktionen der Challenge League, doch zum Favoritenkreis für den Aufstieg zählen sie sich selber nicht.

Jahrelang galt der FC Aarau als "unabsteigbar". In der letzten Saison ist die Serie gebrochen, der Drahtseilakt erstmals seit fast 30 Saisons misslungen. Der FCA-Führung ist es nicht gelungen, mit bescheidenen Mitteln zum sportlichen Erfolg zu finden. Schlechte Transfers und fehlendes Glück seien für den Abstieg ausschlaggebend gewesen, sagt Präsident Alfred Schmid. Das Budget war letztlich zu knapp, um Fehlgriffe auf dem Transfermarkt zu korrigieren. "Hätten wir uns nochmals gerettet, wären wir in dieser Saison erneut der Abstiegskandidat Nummer eins gewesen", so Schmid fatalistisch.

Gefreut hat man sich über den Abstieg nicht, doch er bietet dem FCA auch Chancen. "Es gibt Zeit, um durchzuschnaufen, neu Anlauf zu holen und etwas aufzubauen. Jetzt waren wir ja immer am 'Schwanz' der Liga", sagt Schmid. In der Challenge League, in der es genügend Vereine gibt, vor denen sich die Aarauer nicht fürchten müssen, kann ein Neuanfang mit jungen Spielern gewagt werden. In der Axpo Super League hingegen stand der Klub zumindest zu Saisonbeginn fast immer mit dem Rücken zur Wand. Nun wollen die Aarauer die unfreiwillig gewonnene Freiheit auch nutzen und nichts überstürzen. Von einem sofortigen Wiederaufstieg ist nicht die Rede.

Erfreuliche Abstimmung, enttäuschende Kapitalerhöhung

Nach einigen Wochen Bedenkzeit, und nachdem das Stimmvolk Mitte Juni dem neuen Stadion mit dem Ja zur Zonenplanänderung den Weg geebnet hatte, wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Der FC Aarau wird mit einer jungen Mannschaft antreten, die sich im ersten Jahr im oberen Mittelfeld ansiedeln soll. Das Budget von 3,5 Millionen Franken lässt den Aarauern keine andere Möglichkeit als vorerst tief zu stappeln. "Würde der Aufstieg aber schon in der ersten Saison geschafft, hätten wir damit auch kein Problem", versicherte Vize-Präsident Roger Geissberger Anfang Juli an einer Pressekonferenz.

Geld und Stadion waren in den letzten Jahren immer wieder die viel diskutierten Themen -- auch in der Sommerpause. Während die Abstimmung mit fast 70 Prozent Ja-Stimmen besser verlief als erwartet, ist Schmid über den Betrag für die Kapitalerhöhung enttäuscht. Die angestrebten 980 000 Franken konnten nicht annähernd erreicht werden. Nur gerade 400 000 Franken flossen in die Klubkasse. Schmid hofft, dass das neue Stadion den Verein bei Sponsoren wieder attraktiver macht. Doch wann die neue Arena stehen wird, kann auch der Präsident nicht sagen. Im besten Fall kann in einem Jahr mit dem Bau begonnen werden.

Altes Stadion, junge Spieler

Bis auf weiteres muss Aarau mit dem Brügglifeld Vorlieb nehmen, das den Anforderungen eigentlich nicht mehr genügt. Mit 2300 Zuschauern pro Spiel rechnet die Vereinsführung. In der letzten Saison, als die Gegner noch Basel, Zürich oder Young Boys hiessen, kamen im Durchschnitt 5841 Zuschauer. Im Gegensatz zu den Super-League-Vereinen können die Teams aus der Challenge League ihre Anspielzeiten bei Heimspielen weitgehend selbst bestimmen, womit Aarau die Möglichkeit besitzt, der Konkurrenz aus der Umgebung (unter anderem aus Zürich) aus dem Weg zu gehen.

Ausschlaggebend dafür, wie das als Intermezzo geplante Aarauer Challenge-League-Abenteuer ausfällt, sind in erster Linie die Leistungen der Mannschaft. Es ist zumindest nicht unvorstellbar, dass die Aargauer Fans mit der jungen Mannschaft von Trainer Ranko Jakovljevic sympathisieren. Viele Spieler standen letzte Saison noch für die zweite Mannschaft in der 2. Liga interregional im Einsatz. Sandro Burki, Michele Polverino, Giuseppe Rapisarda, David Marazzi, Patrick Bengondo, Samel Sabanovic und Aco Stojkov sind derzeit die Einzigen im Kader, die älter als 22 Jahre alt sind.