20.07.2010
(si) Löw ist seit vier Jahren im Amt. Er erreichte im Anschluss an das 'Sommermärchen' der WM 2006, bei dessen Realisierung er als Assistent von Jürgen Klinsmann bereits am Regiepult gesessen hatte, sogar noch bessere Resultate als sein Vorgänger. An der EURO 2008 stand Deutschland im Final, an der WM in Südafrika stürmte 'Schland' mit teilweise begeisternden Auftritten in die Halbfinals. Beide Mal scheiterte die DFB-Auswahl jedoch letztlich chancenlos am späteren Titelgewinner Spanien.
Trotz beeindruckendem Leistungsausweis hing die Zukunft von Löw als Bundestrainer in den letzten Wochen und Monaten an einem dünnen Faden. Das hatte vor allem mit den gescheiterten Verhandlungen im vergangenen Winter zu tun. Aus Sicht der DFB-Spitze um Verbandspräsident Theo Zwanziger waren die (finanziellen) Forderungen von Löw und seinen engsten Mitarbeitern, vor allem von Verhandlungsführer und Team-Manager Oliver Bierhoff, überzogen.
Allerdings kann auch Bierhoff auf einen soliden Erfolgsausweis verweisen. Er hatte sich nicht zu Unrecht die Freiheit herausgenommen, Forderungen zu stellen. Der Europameister von 1996 und Scudetto-Gewinner mit Milan 1999 stürmt zwar längst nicht mehr an vorderster (Rasen-)Front, doch hat sich das Image der Nationalmannschaft positiv gewandelt seit ihn Klinsmann für das 'Projekt WM 2006' als Team-Manager ins Boot geholt hatte.
Dass nun auch Bierhoff trotz scheinbar unüberbrückbaren Differenzen mit Zwanziger seinen Vertrag verlängerte, ist als Zeichen der Macht von Löw zu werten. Zuletzt war es der Schwarzwälder, der den Rhythmus der Verhandlungen diktierte. Nach dem 3. Platz in Südafrika war er es, der nun den Verband mit diffusen Aussagen zappeln liess.
Der wegen schlechter Personalführung und schwachem Krisen-Management in der Schiedsrichter-Affäre um Manfred Amerell in die Kritik geratene Zwanziger war zuletzt von der einflussreichen 'Süddeutschen Zeitung' offen angefeindet worden. Er hatte nach den Jubeltagen in Südafrika keine Wahl: er musste die Bedingungen von Joachim 'Jogi Love' Löw und dessen Crew akzeptieren.
So bleibt alles beim Alten. Das Erfolgsgespann an der Spitze der DFB-Auswahl bleibt zusammen, denn auch Löws Assistent Hansi Flick und Torhütertrainer Andreas Köpke verlängerten ihre Verträge.