MOTORRAD: LÜTHIS BESTES QUALIFYING SEIT 2005

Motorrad

03.07.2010 

(Si) Seit über vier Jahren wartet Tom Lüthi auf einen GP-Sieg und noch ein halbes Jahr länger stand er in der Startaufstellung nicht mehr zuvorderst. Gestern im Qualifying in Montmeló (Sp) fehlte nicht viel und der Berner hätte zumindest einmal die Pole-Position-Durststrecke beendet.

Lüthi führte das Qualifikationstraining der Moto2-Klasse auf dem Circuit de Catalunya bis fünf Minuten vor Ende an, ehe der Italiener Andrea Iannone und der Japaner Yuki Takahashi noch an ihm vorbeiziehen konnten. Letztlich fehlten dem 23-jährigen Schweizer 0,480 Sekunden zu Iannones Bestzeit. Der 3. Platz bedeutete aber dennoch Lüthis bestes Qualifying seit dem GP der Türkei im Oktober 2005 (Pole-Position) -- dem Jahr, in welchem er in der Achtelliterkategorie den Weltmeistertitel feierte. "Ich hatte schon in den Trainings zuvor eine gute Pace. Mein Ziel war es dann auch, im Qualifying gleich eine gute Zeit vorzulegen. Deshalb habe ich einen frischen Hinterradreifen aufziehen lassen und gleich richtig Gas gegeben. Das war gut, denn später war viel Verkehr auf der Strecke und meine Zeit vom Anfang reichte für die erste Startreihe", freute sich Lüthi, dass die gewählte Strategie aufging.

Ärger über Konkurrenten

Gleichzeitig ärgerte sich Lüthi aber auch, dass ihm andere -- viel langsamere -- Konkurrenten immer wieder in die Quere kamen: "Schon früh im Qualifying haben viele nur die Strecke versperrt, auf schnellere Fahrer gewartet und sich denen anhängen wollen. Das hat mir meinen guten Rhythmus gekostet und ich konnte mich nicht mehr verbessern. So macht es keinen Spass. Vielleicht sollten ein paar dieser Fahrer mal gebüsst werden", wetterte Lüthi. Im Rennen am Sonntag (Start 12.15 Uhr) sollten diese Konkurrenten für Tom Lüthi allerdings kein Thema mehr sein. "Ich muss gut starten und schnell zu meinem Rhythmus finden", hofft der WM-Dritte. Bei den konstant schnellen Runden, die er in den Trainings abspulte, sollte Lüthi durchaus in der Spitzengruppe Unterschlupf finden. Zumal er sich auch von seiner Schlüsselbein-Verletzung beim Fahren nicht gross behindert fühlt. "Gegen die Schmerzen werde ich eine Tablette nehmen, dann passt das schon."

Dominique Aegerter reichte es auf dem Circuit de Catalunya als 16. in die vierte Startreihe. Der Berner büsste in seinem zweitbesten Qualifying der Saison auf Iannone genau eine Sekunde ein. Wäre Aegerter nur einen Zehntel schneller gewesen, so wäre er gleich um vier Positionen nach vorne gerückt. Im freien Training am Samstagmorgen hatte sich Aegerter sogar noch stärker gezeigt, als er als Zehnter nur eine halbe Sekunde auf Lüthis Bestzeit verloren hatte.

Nur 4. Reihe für Krummenacher

Randy Krummenacher sicherte sich im Qualifying der 125er-Klasse nur gerade eine Startposition in der vierten Reihe. Als 14. lieferte der Zürcher Oberländer seine schlechteste Trainingsleistung der Saison ab. Er verlor schon 2,2 Sekunden auf den überlegenen Trainingsschnellsten Marc Marquez aus Spanien, der zuletzt dreimal in Serie gewann. Krummenacher vergab eine bessere Ausgangslage fürs Rennen durch einen Sturz kurz vor Ende des Qualifyings. "In der Kurve vor der Start-Ziel-Geraden rutschte mir das Vorderrad ohne Vorwarnung weg", beschrieb Krummenacher, der unverletzt blieb, den Vorfall. Der 20-jährige Zürcher klagte nach dem Qualifying in erster Linie über fehlenden Grip: "Motor und Fahrwerk waren in Ordnung, einzig die Reifen waren das Problem. Weil der Asphalt 20 Grad heisser war als im Training am Morgen, rutschte ich nur umher." Zum Glück für Krummenacher findet das 125er-Rennen jeweils am Morgen statt (Start 11 Uhr), womit das Problem mit den Reifen weniger akut sein sollte.

MotoGP-Pole an Lorenzo

In der MotoGP-Klasse steht Jorge Lorenzo zum dritten Mal hintereinander auf der Pole-Position. Die Rennen zuletzt in Silverstone und Assen vermochte der Spanier in der Folge jeweils in überlegener Manier zu gewinnen. Der WM-Leader distanzierte den zweitklassierten Australier Casey Stoner gleich um 0,364 Sekunden.