08.05.2010
(Si) Ein 1:1-Unentschieden in Hoffenheim machte den VfB Stuttgart mit Trainer Christian Gross zum buchstäblich "grossen" Sieger der 34. und letzten Bundesliga-Runde.
Die Stuttgarter hielten sich mit dem Remis den Hamburger SV (1:1 in Bremen) vom Leib und erreichten mit dem 6. Schlussrang die Europa League. Dieses Schlussfazit ist für Trainer Gross ein einzigartiger Leistungsausweis, wenn man bedenkt, dass er die Mannschaft Mitte Dezember vom entlassenen Markus Babbel auf dem 15. Tabellenplatz (ex aequo mit dem 16.) übernommen hatte. Die Meisterschaftsbilanz des Schweizer Erfolgstrainers lautet auf 13 Siege, 4 Unentschieden und nur gerade 2 Niederlagen, mit einem Torverhältnis von 39:20. Der Durchschnitt von 2,26 Punkten pro Spiel für Gross ist einsamer Vereinsrekord. Auch im letzten Match konnte er auf seinen effizienten Stürmer Cacau zählen. Der Brasilien-Deutsche erzielte nach 19 Minuten sein 13. Saisontor zum 1:0.
Der letzte Spieltag brachte auch zwei Verlierer hervor:
- Bayer Leverkusen, noch zu Beginn der Rückrunde als möglicher Meister gehandelt, verpasste mit einem 1:1 in Mönchengladbach die Qualifikation zur Champions League und muss sich als Vierter hinter Werder Bremen mit der Europa League zufriedengeben. Leverkusens Schweizer Internationale hatten wenig oder keinen Einfluss auf den Ausgang: Tranquillo Barnetta fehlte infolge seiner Hüftzerrung, Eren Derdiyok (immerhin zwölffacher Torschütze) wurde erst für die letzten 20 Minuten eingewechselt. Im Nachhinein zeigte sich, dass Leverkusen wegen Bremens Unentschieden mit fünf Toren Unterschied hätte gewinnen müssen, um noch "europäisch" zu werden.
- Der einstmals "unabsteigbare" VfL Bochum muss zum nunmehr sechsten Mal den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Die Leistung der Bochumer beim abschliessenden 0:3 daheim gegen Hannover war desaströs. Aus heutiger Sicht ist klar, dass der im letzten Herbst entlassene Schweizer Trainer Marcel Koller bei Bochum keineswegs schlecht gearbeitet hatte. Seine Nachfolger Heiko Herrlich und Dariusz Wosz waren mit dem schwachen Kader chancenlos. Koller hatte nach seiner Entlassung moniert, dass sich die Vereinspitze unrealistische Vorstellungen vom Leistungsvermögen der Mannschaft mache -- der Zürcher behielt Recht.
- Nürnberg verpasste den direkten Klassenerhalt trotz eines 1:0-Heimsiegs gegen Köln, rettete sich aber als 16. immerhin noch in die Barrage gegen Augsburg, den Dritten der 2. Bundeslga. Als Ottl per Freistoss zum 1:0 traf (88.), war Stürmer Albert Bunjaku bereits nicht mehr auf dem Platz; er wurde nach einer matten Darbietung nach 75 Minuten ausgewechselt.
Meisterkür mit Olic und Robben
Für Bayern München war der 22. Meistertitel der Vereinsgeschichte nur noch eine Formsache, mit einem 3:1 bei Absteiger Hertha Berlin stellten die Münchner aber auch noch den 20. Saisonsieg sicher. Die Tore schossen die beiden derzeitigen Leaderfiguren, dank denen sich die Bayern realistische Hoffnungen aufs Triple (Meisterschaft, Cup, Champions League) machen können: Ivica Olic traf nach 20 Minuten, Arien Robben in der Schlussphase gleich zweimal.