29.04.2010
(Si) Am Donnerstag, neun Tage vor dem ersten WM-Spiel, rückten die Playoff-Finalisten aus Bern und Genf ins Nationalmannschafts-Trainingslager in La Chaux-de-Fonds ein. Dennoch gab es für Coach Sean Simpson auch wieder schlechte Nachrichten.
Aus Bern rückten nur drei statt vier Spieler ein. Verteidiger Beat Gerber muss verletzungshalber für die WM passen. Und Roman Wick, der auffälligste Schweizer Akteur an den Olympischen Spielen in Vancouver, droht ebenfalls auszufallen. Wick, der letzte Woche pausiert hatte (Rippenprellung), erlitt nach dem Eistraining vom Mittwoch einen Rückfall und fuhr am Donnerstag für eine weitere MRI-Untersuchung ins Unterland. "Seine WM-Teilnahme steht auf jeden Fall auf der Kippe", bestätigte Nationalmannschafts-Arzt Dr. Anton Sebesta.
Coach Sean Simpson lassen derartige Hiobsbotschaften mittlerweile kalt: "Alle reden von Absagewelle. In Tat und Wahrheit haben wir aber ausserordentlich grosses Verletzungspech." Prekär ist die Situation mittlerweile bei den Verteidigern. Nach dem Ausfall von Beat Gerber figurieren bloss noch zehn im erweiterten WM-Kader. Mindestens acht, eher aber neun will Simpson mit an die WM nach Mannheim nehmen. In den abschliessenden Test-Länderspielen gegen Norwegen dürfen sich keine Backs mehr verletzen.
Die erste Partie gegen Norwegen steht heute (Freitag) Abend in der Patinoire Les Mélèzes von La Chaux-de-Fonds auf dem Programm (19.45 Uhr). Von den acht Akteuren von Bern und Genève-Servette dürften die meisten pausieren. "Diese Spieler brauchen keine Spiele, sondern vor allem Erholung und Regeneration." Wer sich nochmal zeigen darf, entscheiden die Coaches in der Nacht vor dem Spiel. Die Partie liefert die Entscheidungs-Grundlagen für die nächsten Selektionen vom Wochenende. Nächsten Dienstag beim zweiten Norwegen-Testspiel in Kreuzlingen will Simpson das WM-Team präsentieren.
Vor der WM muss Simpson noch fast zehn Leute aus dem Kader kippen. Das Nationalteam trainierte am Donnerstag mit 33 Spielern -- ein Rekord. Trainiert wurde deshalb in zwei Tranchen.
Ein happiges Programm hatten insbesondere die acht Neuankömmlinge aus Bern und Genf zu durchlaufen. Neben Eis- und Kraftraining wartete eine Videosession auf Rüthemann, Plüss, Josi, Bezina, Déruns, Savary, Trachsler und Stephan. Diese acht erhielten eine Schnellbleiche von Sean Simpsons Spielsystem und Ideen, die indessen nicht gross von jenen von Vorgänger Ralph Krueger abweichen.
Derweil Simpson sein Kader gerne zwei Wochen früher beisammen gehabt hätte, sind die Finalisten allesamt glücklich darüber, dass die WM schon vor der Türe steht. "Ich bin froh, geht es gleich los", sagt Ivo Rüthemann. In Bern hat Rüthemann die letzten Tage primär gefeiert. Am Samstag nach dem Sieg in Spiel 7 im Stadion, am Sonntag auf dem Bundesplatz, am Montag folgte am Abend ein feines Teamessen, und am Dienstag stand zum Abschluss der Feierlichkeiten noch die offizielle Meisterfeier des SCB auf dem Programm. Rüthemann: "Der Mittwoch stand danach ganz im Zeichen der Erholung und der Champions League."