25.04.2010
(Si) Nur elf Stunden nach der Übergabe des Meisterpokals fand in der Berner Innenstadt die offizielle Meisterfeier des SC Bern statt. Nach einer Freinacht begleiteten rund 10 000 Fans den neuen Meister auf dem Triumphzug.
Der Mannschaftscar mit der neuen Aufschrift "Hier kommt der Meister" und mehrere offene Autos führten das Team am Sonntag Mittag durch die Innenstadt. Auf dem Bundesplatz nahmen die sichtlich übermüdeten Spieler ein weiteres Mal die Ovationen ihrer Fans entgegen. Zwar begleiteten deutlich weniger Fans die Mannschaft als beim letzten Titelgewinn vor sechs Jahren, der ausgelassenen Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. "Was wir hier erleben dürfen, das gibt es nur in Bern", sagte Verteidiger Roman Josi stellvertretend für seine Teamkollegen.
Die Kosten der Meisterfeier für Sicherheit und Logistik gingen zu Lasten der Stadt, die dem SCB bereits im Sommer eine allfällige Meisterfeier versprochen hatte. Deutlich wurde auch, dass Bern nach dem Titelgewinn der Eishockeyaner auch jenen der Young Boys im Fussball anstrebt. Zahlreiche Zuschauer in gelb-schwarz mischten sich auf dem Weg zum Stade de Suisse unter die feiernden SCB-Fans.
Nach der offiziellen Meisterfeier dislozierten auch die SCB-Spieler ins Stade de Suisse, wo sie ihre Fussballer-Kollegen auf dem Weg zum 4:1-Sieg gegen Neuchâtel Xamax und der Rückkehr an die Tabellenspitze unterstützten. Einzig der in der "Finalissima" gesperrte Tristan Scherwey zog es vor, auf dem Bundesplatz mit den Fans zu bleiben. Der erst 18-jährige Newcomer und gebürtige Freiburger machte sich als "Vorsänger" und Redner der inoffiziellen Meister-Ansprache auf dem Bundesplatz endgültig zum Liebling der Massen.
Wesentlich ausgelassener als auf dem Bundesplatz war es am Abend und in der Nacht davor zu und her gegangen. Nach der Schlusssirene und der Pokalübergabe feierten rund 20 000 Fans ihre Lieblinge in der PostFinance-Arena bis in die frühen Morgenstunden. Immer wieder gesellten sich die euphorischen Spieler unter die Anhänger, die den ersten Berner Meistertitel im heimischen Stadion seit Einführung der Playoffs auf dem Eis und auf den Rängen mit einer eindrücklichen und rauschenden Party zelebrierten.