04.04.2010
GP Malaysia
Buemi Elfter -- Wieder Doppelausfall für Sauber-Team
Vettel holte Versäumtes nach
(Si) Im dritten Anlauf hats geklappt. Sebastian Vettel gewann den Grand Prix von Malaysia vor seinem Teamkollegen Mark Webber. Sébastien Buemi verpasste als Elfter seinen ersten WM-Punkt knapp. Das Sauber-Team musste erneut einen Doppelausfall hinnehmen.
Vettel legte den Grundstein zu seinem sechsten Grand-Prix-Sieg mit einem gelungenen Start, dank dem er den aus der Pole-Position losgefahrenen Webber und Nico Rosberg im Mercedes überholte. Weil das Red-Bull-Auto diesmal klaglos lief, vermochte der Deutsche die Führung bis ins Ziel erfolgreich zu verteidigen -- und Versäumtes nachzuholen. Vettel hatte schon in Sakhir und in Melbourne vorne gelegen, war dann aber an technischen Ungereimtheiten gescheitert. Nun aber waren er und sein Teamkollege Webber, der den fünften Doppelerfolg für die "roten Bullen" perfekt machte, dort angelangt, wo sie mit dem derzeit besten Auto in der Formel 1 auch hingehören.
"Diesmal hat das Auto gehalten. Alles war in bester Ordnung", resümierte der Blondschopf mit Wohnort im Thurgau erleichtert. "Nach dem Pech in Bahrain und Australien hörte ich vor allem gegen Ende noch mehr ins Auto rein. Aufgrund des grossen Vorsprung wars mir möglich, in den letzten paar Runden das Tempo etwas zu drosseln." Erleichterung war auch in der Chefetage von Red Bull spürbar. Das Double von Vettel und Webber nimmt jede Menge Druck von Teamchef Christian Horner und vor allem Chefdesigner Adrian Newey. Der Engländer sah sich zuletzt mit dem Vorwurf konfrontiert, zwar ein schnelles, aber defektanfälliges Auto gebaut zu haben. Mit dem neuesten überlegenen Triumph sind derartige Thesen mit einem (Doppel-)Schlag vom Tisch.
Diesmal zwei schadhafte Motoren
Die Pechsträhne des Sauber-Rennstalls wurde um ein unrühmliches Kapitel ergänzt. Peter Sauber und seine Gefolgschaft mussten auf bitterste Weise zur Kenntnis nehmen, dass die Autos zur Zeit nicht nur zu wenig Speed entwickeln, sondern auch in der Standfestigkeit zu wünschen übrig lassen. Dabei hatte sich der Abstecher ins Land des einstigen Sponsors Petronas mit den Startplätzen 9 und 12 verheissungsvoll angelassen.
Kamui Kobayashi musste nach 9 von 56 Runden an elfter Stelle liegend wegen eines Motorschadens kapitulieren. Pedro de la Rosa konnte erst gar nicht starten. Der Spanier blieb auf dem Weg in die Startaufstellung mit dem gleichen Malheur stehen. Ursache für die streikenden Ferrari-Aggregate war ein Problem im Pneumatik-System. "Schade. Ich war heute in einer Position, in der ich um WM-Punkte hätte kämpfen können", berichtete der Japaner. Sechs Starts, vier Ausfälle wegen technischer Unzulänglichkeiten -- die Bilanz nach drei Grands Prix für die Zürcher Equipe ist niederschmetternd.
Buemi mit defektem Frontflügel
Ein Handicap hatte auch Sébastien Buemi über eine längere Distanz mitzuschleppen. Am Toro Rosso hatte nach einer Berührung in der ersten Runde mit dem Sauber-Auto mit Kobayashi der Frontflügel Schaden genommen. "Da habe ich jede Menge Grip verloren", erzählte der Romand. Die fünfeinhalb Sekunden Rückstand, die Buemi auf den zehntplatzierten Nico Hülkenberg im Williams aufwies, haben ihren Grund auch in der auf zwei Zwischenhalten beruhenden Strategie. "Ein einziger Stopp kam für mich nicht in Frage, zumal ich zwei Stints mit den weichen Reifen fuhr", verteidigte Buemi den nicht für alle nachvollziehbaren Entscheid.
Nicht viel länger als für Kobayashi dauerte der Arbeitstag für Michael Schumacher. Der Rekord-Weltmeister, der in Sepang schon dreimal als Gewinner abgewinkt worden war, musste den Mercedes ausrollen lassen, weil sich hinten links die Radmutter gelöst hatte. Mit dem gleichen Problem war Vettel am vergangenen Sonntag in Melbourne konfrontiert gewesen. Rosberg sorgte derweil im anderen "Silberpfeil" als Dritter für den ersten Podiumsplatz für das Team. Die Leistung des deutsch-finnischen Doppelbürgers ist umso höher einzustufen, zumal er wegen einer Magen-Darm-Erkrankung über das gesamte Wochenende nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. "Dass wir die Premiere in der Heimat unseres Hauptsponsors geschafft haben, macht das Ganze noch spezieller", sagte Rosberg. Mercedes ist seit dem Ende der Zusammenarbeit zwischen Petronas und (BMW-)Sauber mit Malaysias staatlichem Mineralöl-Konzern liiert.
Das Rennen wurde trotz angekündigtem Regen auf trockener Strecke gefahren. Gleichwohl war das Geschehen alles andere als langweilig. Allein die aus den hinteren Regionen gestarteten Fahrer von McLaren und Ferrari sorgten mit ihren Überholmanövern für Unterhaltung. Lewis Hamilton, Felipe Massa und Jenson Button stellten immerhin die Ränge 6 bis 8 sicher. Fernando Alonso dagegen schied kurz vor Schluss an Position neun fahrend mit Motorschaden aus.