03.04.2010
(Si) Mark Webber hat sich im vom Regen geprägten Qualifying für den Grand Prix von Malaysia dank gelungenem Reifen-Poker die Pole-Position gesichert. Kamui Kobayashi gelang mit Startplatz 9 fürs Sauber-Team eine saisonale Bestleistung. Der Monsunregen sorgte in Sepang nicht nur für einen rund 15 Minuten dauernden Unterbruch in der dritten Phase des Qualifyings und für teils chaotische Verhältnisse, sondern auch für eine nicht alltägliche Startkolonne, in der sich gleich mehrere "Grosse" weit hinten einzuordnen haben.
Vier "Grosse" früh gescheitert
Wegen des im Verlauf des ersten Abschnitts des Qualifyings immer heftiger einsetzenden Regens scheiterten Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Felipe Massa vorzeitig. Das unerwartete Verdikt gründete auf dem unverständlichen Entscheid der Teamleitung von McLaren und Ferrari, die Fahrer erst gegen Ende der zur Verfügung stehenden 20 Minuten auf die Strecke zu schicken. Zu Beginn des Trainings hatten noch wesentlich bessere Streckenverhältnisse geherrscht. Jenson Button hatte sich für den zweiten Teil qualifiziert, war aber gleichwohl zum Zuschauen verurteilt. Nach einem Dreher sass der McLaren mit dem Titelhalter und Gewinner des Vorjahres im Kiesbeet fest und konnte nicht innert nützlicher Frist an die Box zurückgeführt werden.
Erster Sauber-Fahrer in Top Ten
Trotz des Regens stand das Sauber-Team erstmals in diesem Jahr auf der Sonnenseite -- auch dank optimalem Timing und der richtigen Reifenwahl. Kobayashi schaffte als erster Fahrer der Zürcher Equipe in dieser Saison den Sprung ins Finale der besten zehn. "Im letzten Jahr in Brasilien war ich ebenfalls im Regen schon nahe dran an einem Startplatz in den Top Ten, vergab die Möglichkeit aber mit einem Dreher. Aus jenem Ereignis habe ich meine Lektion gelernt. Jetzt will ich am Sonntag auch WM-Punkte gewinnen", sagte der quirlige Japaner.
Im Gegensatz zum Wagen mit Pedro de la Rosa war das Auto mit Kobayashi nicht mit dem neuen Heckflügel-System ausgerüstet. Gemäss dem Technischen Direktor Willy Rampf wurde der Entscheid nach dem dritten freien Training gefällt. Auch De la Rosa hätte es wohl ins Finale geschafft, hätte er bei seinen Versuchen freie Fahrt gehabt. "Das Auto fühlte sich im Regen recht gut an. Doch selbst auf meiner schnellsten Runde musste ich zwei Konkurrenten überholen", erzählte der Spanier, der in der ersten Tranche Zweitbester gewesen war.
Bei Sébastien Buemi machte sich noch grösserer Ärger breit. Der Romand vermochte mit Startplatz 13 nach eigener Einschätzung nicht das Optimum abzurufen. "Im zweiten Teil fuhr ich mit Regenreifen los, blieb aber zu lange auf der Strecke. Und als ich auf die Intermediates wechselte, wars zu spät. Der Regen war wieder stärker geworden", berichtete der enttäuschte Waadtländer.
Für Webber zahlte sich das Risiko aus, trotz vollends nasser Fahrbahn mit Reifen auszurücken, die im Normalfall bei leichtem Regen eingesetzt werden. Der Australier war mit den sogenannten Intermediates auf seiner besten Runde über 1,3 Sekunden schneller als Nico Rosberg. Webber führt das Feld vor einem Grand Prix zum zweiten Mal an. Im letzten Juli hatte er die optimale Ausgangslage auf dem Nürburgring zu seinem ersten von mittlerweile zwei Siegen genutzt.