FUSSBALL: CHAMPIONS LEAGUE-SPIELE VOM DIENSTAG

Fussball

15.03.2010 

(Si) Erstmals seit September 2007 und der Trennung von Chelsea kehrt Trainer José Mourinho heute Abend an seinen ehemaligen Arbeitsplatz Stamford Bridge zurück. Der Portugiese will verhindern, dass Inter Mailand in der Champions League zum vierten Mal in Folge in den Achtelfinals scheitert.

Mourinho hat während seiner Zeit bei Chelsea Geschichte geschrieben. Der streitbare Teamchef etablierte die "Blues" an Englands Spitze, er holte mit ihnen zwei Meistertitel und drei nationale Cup-Trophäen. Unter Mourinho verlor die Mannschaft aus dem Westen Londons kein einziges Meisterschafts-Heimspiel. Ihm wurde von den Supportern Bewunderung entgegen gebracht.

Trotzdem kam es vor zweieinhalb Jahren zum Bruch. Mourinho zog in einem Machtkampf mit Klubbesitzer Roman Abramowitsch den Kürzeren. Auf ihn folgte Avram Grant. Mourinho landete im Sommer 2008 bei Inter Mailand und führte die "Nerazzuri" auf Anhieb zum Gewinn des "Scudetto". Auch in der laufenden Saison ist Inter auf Meisterkurs, obwohl es sich am Freitag bei Catania überraschend einen Ausrutscher leistete (1:3).

Mourinho: "Chelsea ist ein wichtiger Teil meines Lebens"

Erfolge in der Serie A dürften jedoch die Inter-Anhänger auf die Dauer nicht zufrieden stellen. Es sind Exploits auf kontinentaler Ebene gefordert, wie sie Stadtrivale AC Milan aus der jüngeren Vergangenheit vorzuweisen hat. Die Champions League konnte noch nie gewonnen werden und der letzte Pokalsieg im Vorgänger-Wettbewerb Meistercup datiert aus dem Jahr 1965. Die Chancen, dass Inter heuer in der "Königsklasse" zumindest die Viertelfinals erreicht, stehen nicht allzu schlecht. Im Hinspiel vor knapp drei Wochen setzten sich die Mailänder mit 2:1 durch.

Zur Rückkehr an die Stamford Bridge meinte Mourinho: "Ich bin Profi, mein Herz schlägt für Inter. Doch ich kann nicht verleugnen, dass Chelsea ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist. Zum Glück sind es von der Kabine bis auf die Bank nur wenige Meter. Ich muss nicht durch das ganze Stadion, also werde ich die Emotionen der Zuschauer nicht so mitbekommen."

"Blues" mit Goalie Nummer 3?

Man darf erwarten, dass ihm ein freundlicher Empfang bereitet wird, weil Chelsea dem "Special One" viel zu verdanken hat. Trotzdem wollen die Gastgeber Mourinho natürlich keine Geschenke verteilen. "Wir dürfen uns durch die speziellen Umstände nicht ablenken lassen", warnte Didier Drogba. Der italienische Trainer Carlo Ancelotti mahnte zu Geduld: "Das 1:0 können wir auch in der letzten Minute erzielen".

Chelsea hat eine geglückte Hauptprobe hinter sich. John Terry und Co. bezwangen am Wochenende West Ham United im Stadtderby mit 4:1. In jener Partie hütete Ross Turnbull das Tor. Die Nummer 3 kam zum Einsatz, weil die höher eingestuften Goalies Petr Cech und Henrique Hilario an Verletzungen laborieren. Turnbull dürfte auch gegen Inter auflaufen.

Italien droht "Nuller"

Kommt Chelsea weiter, ist die englische Premier League mit drei Teams in den Viertelfinals vertreten. Die italienische Serie A würde leer ausgehen. In die Runde der letzten acht bereits eingezogen sind Manchester United, Arsenal London, Lyon und Bayern München.

Der zweite Vergleich von heute Abend lautet FC Sevilla gegen ZSKA Moskau. Im Hinspiel hatten sich diese beiden Aussenseiter 1:1 getrennt. Die Spanier, die nun Heimrecht geniessen, sind gegenüber dem zukünftigen Arbeitgeber von Seydou Doumbia leicht im Vorteil. In Russland ist am Freitag der Startschuss in die neue Saison erfolgt. ZSKA Moskau besiegte Amkar Perm dank eines in der Nachspielzeit geschossenen Treffers von Keisuke Honda.

Erst morgen Mittwoch greifen der FC Barcelona und der VfB Stuttgart (Hinspiel 1:1) sowie Girondins Bordeaux und Olympiakos Piräus (1:0) ins Geschehen ein.