SKI NORDISCH: RÜCKTRITT VON ANDERS AUKLAND

Ski Nordisch

13.03.2010 

(Si) Der Erfolgstrainer Fredrik Aukland (31) verlängert seinen Vertrag mit Swiss-Ski nicht. Nach zwei Jahren Tätigkeit mit den Schweizer Distanz-Langläufern will der Norweger seiner Frau und den acht Monate alten Zwillingen mehr Zeit widmen.

"In diesem Jahr war ich rund 200 Tage weg von daheim. Auf die Dauer geht das nicht", erklärte Aukland, der zugleich durchblicken liess, dass er Hand zu einer anderen Lösung bietet: "Ich bin daran interessiert, eine andere Vereinbarung mit weniger Zeitaufwand zu treffen. Grosse Diskussionen haben deswegen aber noch nicht stattgefunden." Wie schon vor einem Jahr, so Aukland, hätten ihm Angebote von anderen Verbänden vorgelegen. Aber: "Ich habe sie kategorisch abgelehnt. Meine Motivation gehört uneingeschränkt den Schweizer Distanzläufern."

Aukland, der im vergangenen Dezember zum Schweizer Trainer des Jahres gewählt worden war, liegt überdies die Offerte eines norwegischen Unternehmens im Bereich Anlässe und Coaching vor: "Es ist noch zu früh, darüber zu sprechen. Ich habe noch keinen Entscheid getroffen, aber diese Arbeit würde mir einen Teil meines Einkommens sichern." Und wenn er mehr Zuhause ist, würde der Norweger etwas mehr Zeit finden, sich seinem "Team Xtra personell" mit dem früheren Weltmeister Jens Arne Svartedal anzunehmen.

"Es ist schade, dass Fredrik den Vertrag nicht verlängert," sagte Hippolyth Kempf, Disziplinchef Langlauf. Offenbar war Aukland signalisiert worden, er solle in unserem Land Wohnsitz nehmen. Möglicherweise stiess dieser Vorschlag bei der Frau des Norwegers nicht auf grosse Begeisterung. Kempf erklärte weiter, dass er vorläufig keine Alternative gefunden habe. Der Disziplinchef weiter: "Bevor wir den neuen Distanztrainer nicht gefunden haben, können wir keinen weiteren Entscheid treffen. Der neue Trainer muss uns zuerst signalisieren, ob er sich eine Zusammenarbeit mit Aukland vorstellen kann oder nicht."

Von seinem Rückzug vom Spitzensport hatte Aukland am Freitagabend die in Oslo anwesenden Athleten informiert. "Es ist sehr schade, dass er sich zurückzieht. Ich war richtig niedergeschlagen, als uns Fredrik informierte. Aber ich verstehe seine Gründe", hielt Curdin Perl fest. "Es sind noch zu viele Fragen offen, als dass ich mich grundlegend äussern könnte. Wir Athleten haben noch keine Ahnung, wie die anderen Posten besetzt werden, ob uns Aukland für gewisse Aufgaben zur Verfügung steht und wie die Kader für den nächsten Winter gebildet werden", gab sich Toni Livers zurückhaltend.

Aukland führte in den zwei Jahren seiner Täigkeit das Schweizer Distanzteam an die Weltspitze und konnte insbesondere mit Dario Cologna -- Sieg in der Tour de Ski und Weltcup-Gesamtsieg 2009, Olympia-Gold in Vancouver über 15 km -- historische Erfolge feiern. Insbesondere für Cologna war Aukland eine wichtige Bezugsperon. Mit Aukland verliert Swiss-Ski im Langlauf bereits den zweiten norwegischen Coach. Schon vor geraumer Zeit war der Weggang von Sprint-Trainer Trond Nystad bekanntgeworden. Er wird durch den früheren Olympiasieger und Weltmeister Tor Arne Hetland ersetzt, der in dieser Saison für den Deutschen Ski-Verband (DSV) tätig war. Während den Olympischen Winterspielen wurde ein Projekt diskutiert, wonach die beiden Verbände unter der Leitung von Hetland ein gemeinsames Sprint-Team bilden. Dieses Thema ist noch nicht ganz vom Tisch.