10.03.2010
(si) Privat hatte sich Maria Riesch gegenüber ihrer Freundin Lindsey Vonn immer sehr gastfreundlich gezeigt. Sportlich gabs für die Amerikanerin gestern keine Geschenke. Riesch distanzierte Vonn mit einer einwandfreien Fahrt um 0,48 Sekunden und gewann knapp ein Jahr vor den Weltmeisterschaften erstmals ein Heimrennen im Rahmen des Weltcups. Den letzten Sieg einer Deutschen in Deutschland hatte Katja Seizinger, das Jugendidol von Maria Riesch, vor 14 Jahren ebenfalls in "GaPa" errungen.
Riesch, die in Garmisch lebt und für den Skiclub Partenkirchen fährt, hatte Vonn schon in St. Moritz hinter sich gelassen. Dafür stand die spätere Olympiasiegerin Vonn nach dem Rennen in Engadin bereits als Gewinnerin des Abfahrtsweltcups fest. Für Riesch geht es in Garmisch-Partenkirchen nur noch im Slalom um eine Kristallkugel. Den Gesamtweltcup hat die 25-Jährige abgehakt, obwohl die 225 Punkte Rückstand auf Vonn theoretisch noch aufzuholen wären. "Jeder, der sich ein bisschen auskennt, weiss, dass da nichts mehr zu machen ist", sagte Riesch.
Beste Schweizerin auf der Kandahar war Nadja Kamer. Sie, die in der Abfahrt in diesem Winter als einzige ihres Teams zweimal auf dem Podest stand, verpasste dieses als Vierte hinter Anja Pärson nur um 0,09 Sekunden. Die Trainingsschnellste Fabienne Suter und Nadia Styger belegten ex-aequo den 7. Platz. Damit klassierten sich erst zum zweiten Mal in diesem Winter drei Schweizerinnen unter den ersten zehn. Dominique Gisin musste sich drei Tage nach dem Super-G-Sieg in Crans-Montana mit Rang 14 bescheiden.
An einem historischen Tiefpunkt sind Österreichs Abfahrerinnen angelangt. Erstmals beendeten sie eine Weltcup-Saison ohne Podestplatz. Immerhin stand mit Elisabeth Görgl an den Olympischen Spielen eine ÖSV-Athletin auf dem Abfahrtspodest.