FUSSBALL: LETZIGRUND NÄCHSTEM SO. WIEDER GEÖFFNET

Fussball

02.03.2010 

(Si) Die Zürcher Axpo-Super-League-Klubs, die Swiss Football League und die Stadt Zürich können aufatmen. Der Letzigrund ist ab dem kommenden Sonntag wieder geöffnet und der Spielbetrieb des FC Zürich und von GC kann normal weiterlaufen.

Nach einem Monat der Unsicherheit rollt im Letzigrund der Ball am nächsten Sonntag bei der Partie FC Zürich - FC Luzern wieder. Dank 31 provisorischen Dach-Stützen kann die Stadt Zürich das Stadion trotz eines Risses in einem der Stahlträger frei geben. Bis Ende Juli sollen das Stadiondach saniert und die Stützen, welche eine uneingeschränkte Sicht auf den Rasen von den meisten Sitzen aus verhindern, abgebaut sein. Damit ist auch das Leichtathletik-Meeting "Weltklasse Zürich" vom 19. August nicht gefährdet.

Während der Schliessung des Letzigrunds mussten drei Partien der Axpo Super League verschoben werden. Die Begegnung GC - Aarau kann nun am Mittwoch, 10. März (18.45 Uhr), nachgeholt werden. Für das Zürcher Derby FCZ - GC und das Spiel der Grasshoppers gegen Sion hat die SFL noch keine Ersatzdaten bekannt gegeben.

Die Stadt Zürich hat bei der Totalunternehmerin Implenia eine Mängelrüge deponiert. Die Untersuchungen, weshalb der Riss im Stahlträger der Dachkonstruktion entstehen konnte, laufen weiter. Obwohl die Sicherheit dank der provisorischen Stützen gewährleistet sei, ist das Stadion nur an Spieltagen geöffnet. Zudem ist der Trainingsbetrieb im Letzigrund in diesem Frühjahr eingeschränkt.

Die gründliche Untersuchung des im Spätsommer 2007 nach nur 15-monatiger Bauzeit rechtzeitig für die EURO 2008 fertiggestellten Leichtathletik-Stadions förderte weitere Mängel zu Tage. Es wurden Rost an kritischen Stellen sowie Material- und Ausführungsunregelmässikeiten festgestellt.

Die beiden Zürcher Klubs hatten für den Fall einer längeren Schliessung des Letzigrunds Ausweichstadien gefunden. Die Grasshoppers hatten sich für die naheliegendste Lösung entschieden und hätten ihre Heimspiele der zweiten Saisonhälfte in der rund 75 km entfernten neuen AFG-Arena in St. Gallen ausgetragen.

Für den FCZ kam diese Möglichkeit nicht infrage, weil der Schweizer Meister meistens gleichzeitig mit dem FC St. Gallen Heimrecht geniesst. Der FCZ hätte seine Spiele im über 100 km entfernten UEFA-tauglichen Stadion Rheinpark in Vaduz ausgetragen.

GC-Präsident Urs Linsi spricht von einem Super-GAU, der hatte abgewendet werden können. Die Ausweichung ins Exil wäre die beiden Klubs und die Stadt Zürich teuer zu stehen gekommen. Schätzungen gehen von einem tiefen zweistelligen Millionenbetrag aus. Die Vereine hätten versucht, den Schaden auf die Stadt Zürich abzuwälzen, weil diese als Besitzerin verantwortlich ist für den benutzergerechten Zustand des Mietobjektes.