22.02.2010
(Si) Rund eine Woche vor dem ersten Testspiel des Jahres gegen Uruguay hat Nationalcoach Ottmar Hitzfeld plötzlich keine komfortable Stürmersituation mehr. Einen Tag nach dem komplizierten Armbruch von Alex Frei erlitt Blaise Nkufo eine Oberschenkelzerrung.
Wenn Ottmar Hitzfeld am kommenden Freitag das Aufgebot für den ersten WM-Test des Jahres gegen Uruguay (am 3. März in St. Gallen) bekannt gibt, fehlt der Name von Alex Frei mit Bestimmtheit auf der Liste. Die Operation, die einen komplizierten doppelten Bruch des Oberarmes offenbarte, ist in der Nacht auf Sonntag zwar geglückt, doch wird der Basler Stürmer länger als nach einer ersten Diagnose angenommen pausieren müssen. Mindestens zehn Wochen wird der Schweizer Rekordtorschütze fehlen. Frei wird in dieser Saison kaum nochmals zum Einsatz gelangen, die Hoffnung ist, ihn zum Beginn der WM-Vorbereitung (ab 24. Mai) völlig fit dabei zu haben.
Derart in Zeitnot ist Blaise Nkufo nicht. Trotzdem erlebt auch der Angreifer des holländischen Tabellenzweiten Twente Enschede keine gute Zeit. Wegen einer Oberschenkelzerrung musste der Romand am Sonntag im Spiel gegen Willam II Tilburg nach 51 Minuten ausgewechselt werden. Zumindest das Rückspiel in der Europa League gegen Werder Bremen am Donnerstag wird Nkufo verpassen.
Dass er bei seiner Auswechslung von den eigenen Fans verhöhnt wurde, dürfte Nkufo womöglich mehr zugesetzt haben, als die Verletzung des Oberschenkels. Bei Twente kann man sich die Reaktion der Zuschauer nicht erklären. Haben sie Nkufo ausgepfiffen, weil er seinen Abgang zum Ende der Saison angekündigt hatte? Oder wegen der schwachen Leistung gegen Willem II? "So oder so ist solches Verhalten unfair und lächerlich", stellte sich Coach Steve McClaren vor seinen Stürmer.
Der sensible Nkufo selbst gab sich hinterher unerschüttert. "So ist das Leben. Manchmal ist es hart", sagte er gelassen; er, der in der Vergangenheit auf atmosphärische Störungen bisweilen auch schon ziemlich dünnhäutig reagiert hatte.