FUSSBALL: BASEL WEITER VIER PUNKTE HINTER YB

Fussball

21.02.2010 

Basel weiter vier Punkte hinter YB

(Si) Die Young Boys und Basel bewegen sich seit dem Spieltag nach dem Direktduell zu Beginn der Rückrunde im Gleichschritt. In der 21. Runde der Axpo Super League gewannen beide Teams mit Mühe 2:1: YB in St. Gallen, Basel gegen Aarau.

Luzern befindet sich dank dem vierten Heimsieg in Folge (2:1 gegen Bellinzona) weiterhin auf gutem Kurs Richtung Europacup. Weil sich Sion und Neuchâtel Xamax beim 1:1 gegenseitig Punkte abnahmen, baute der drittklassierte FCL den Vorsprung auf die Westschweizer Klubs auf sieben Zähler aus. Das 219. Zürcher Derby zwischen dem FCZ und den Grasshoppers fiel den notwenig gewordenen Reparaturarbeiten im gesperrten Letzigrund zu Opfer.

Nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge und der Vorgabe des FC Basel vom Samstag waren die Young Boys gestern in doppelter Hinsicht gefordert. Sie entledigten sich der Aufgabe in St. Gallen mit Schwierigkeiten und letztlich dank zwei Toren von Alberto Regazzoni. Zu Beginn beider Halbzeiten musste der ASL-Leader starke Druckperioden des Heimteams über sich ergehen lassen, blieb aber, zumindest in diesen Phasen, ohne Gegentor. Spannung kam nur nach dem 1:2 durch den eingewechselten Moreno Merenda (79.) auf. Von einem St. Galler Endspurt konnte darum nicht die Rede sein, weil die Aktionen der Ostschweizer zu wenig zwingend waren.

YB "stahl" den Sieg nicht, hatte das Glück aber auf seiner Seite. Eine klare Abseitsposition -- neben dem Torschützen standen zwei weitere Berner Akteure klar im Offside -- führte in der 37. Minute zum 1:0. Regazzoni lies sich die Offerte nicht nehmen und traf per Flachschuss. Mitte der zweiten Halbzeit doppelte der Tessiner mit seinem fünften Saisontor nach, als ihm ein abgeblockter Schuss seines für YB debütierenden Sturmpartners Mauro Lustrinelli sprichwörtlich vor die Füsse fiel.

FCB-Sieg mit verhängnisvollem Sturz

Der FC Basel musste im Duell mit Schlusslicht Aarau deutlich mehr zittern als vorgesehen. In der erste halben Stunde lief bei den Gastgebern so ziemlich alles schief, was schieflaufen konnte. Die Basler kassierten nicht nur einen Gegentreffer durch Steven Lang nach einem fatalen Fehlpass von Xherdan Shaqiri (23.), sondern mussten auch noch den Ausfall von Alex Frei hinnehmen (11.). Der Captain des Nationalteams brach sich bei einem Zweikampf nach einem Sturz den Oberarm und muss sechs bis acht Wochen pausieren.

Spätestens nach dem Seitenwechsel hatte sich Basel von den Rückschlägen erholt und erspielte sich Torchancen im Minutentakt. Aarau konnte sich nicht mehr aus der Umklammerung lösen. Die Verteidigung der Gäste stand unter Dauerdruck. Eine Basler Flanke nach der anderen landete im Strafraum von Ivan Benito. Der FCB agierte vor den lediglich 16 370 Zuschauer nicht überragend, doch druckvoll und im Verlauf der Partie immer zielstrebiger. Vor allem Shaqiri spielte nach seinem anfänglichen Fehler stark und kurbelte das Spiel seiner Mannschaft immer wieder an.

Das 1:1 nach einer guten Stunde resümierte das Basler Spiel ziemlich gut: Benjamin Huggel kämpfte sich mit mehr Willen als Kunst durch den Aarauer Strafraum. Sein Schuss der via Goalie Benito den Weg Richtung Tor fand, wurde von Jonas Elmer unglücklich ins eigene Netz befördert. Den Sieg sicherte nur sieben Minuten später der türkische Innenverteidiger Atan Cagdas mit einem Kopfball nach Eckball von Shaqiri. Für Cagdas war es das erste Tor im Basler Trikot. Der FC Basel verhinderte damit die Sensation gegen die auswärts noch sieglosen Aarauer und gewann zum bereits sechsten Mal in dieser Saison eine Partie nach einem zwischenzeitlichen Rückstand.

Chiumientos Doublette

Zwei Standards nach umstrittenen Situationen trugen Luzern den verdienten Sieg gegen Bellinzona ein, beide Male hiess der Torschütze Davide Chiumiento. Der formstarke Appenzeller, der den schwachen Tag von Hakan Yakin einwandfrei übertünchte, verwandelte in der Nachspielzeit einen Penalty zum 1:1. Der Eindruck liess sich nicht widerlegen, dass es sich um einen Kompensationsentscheid von Schiedsrichter Wermelinger handelte. Der Referee hatte unmittelbar zuvor im anderen Strafraum ein klares Zerren von Torschütze Ildefonso Lima am Trikot von Gerardo Seoane nicht als regelwidrig taxiert. Und auch der Aktion, die zum Freistoss vor dem 2:1 führte, ging wohl kaum ein Regelverstoss voraus. Immerhin war die Art, wie Chiumiento den Ball aus 22 Metern ins Tor zirkelte, sehr sehenswert.

Xamax kann weiterhin nicht gewinnen

Am Ende schwangen sich im lange Zeit schwachen Westschweizer Derby zwischen Sion und dem seit nunmehr neun Partien sieglosen Neuchâtel Xamax die beiden Goalies zu Matchwinnern auf. Sions lettischer Keeper Andris Vanins rettete in der 84. Minute bei einem Kopfball von Sanel Kuljic genauso brillant wie in der Nachspielzeit sein Gegenüber Luca Ferro gegen Adeshina. Vor der ereignisreichen Schlussphase hatte Sion mehr vom Spiel gehabt, es aber verpasst, die frühe Führung durch den Belgier Emile Mpenza (3.) auszubauen. Ausgerechnet in der besten Phase der Walliser kurz nach der Pause schlugen dann die Gäste mit ihrer ersten reellen Torchance zu: Der neu verpflichtete Abdou Dampha aus Gambia traf in der 56. Minute zum 1:1.