31.01.2010
Neuer Sauber-Ferrari vom neuen Fahrer-Duo enthüllt
Auto und Piloten in Weiss
(Si) Für das Sauber-Team hat am 31. Januar 2010 in Valencia wieder eine neue Formel-1-Ära begonnen. Mit der Enthüllung des neuen, weissen Sauber-Ferrari startete der neue, alte Team-Vorsitzende Peter Sauber (66) mit neuen Fahrern und altbewährter Equipe in seine 18. GP-Saison.
Die Vorgeschichte dieses Comebacks: 1993 stieg Sauber als Teamchef in die Formel 1 ein -- und behauptete sich in dieser Funktion bis Ende 2005. Ab dann hatte er sein Lebenswerk BMW anvertraut. Der Münchner Autokonzern besass 80 Prozent der Firmenanteile, 20 Prozent behielt Sauber, der als Berater der Unternehmensleitung in Hinwil angehörte. Ende Juli 2009 gab BMW dann den Ausstieg aus der Königsklasse bekannt -- und Sauber blieb angesichts seines existenziell gefährdeten Lebenswerks gar nichts anderes übrig, als wieder einzusteigen.
Bei diesem Wiedereinstieg wagt Sauber, was seine Piloten betrifft, bewusst einen Neuanfang. Deshalb kamen weder seine Ex-Fahrer Nick Heidfeld und Giancarlo Fisichella noch BMWs Ersatzpilot Christian Klien zum Zug. Sauber setzt künftig mit Pedro de la Rosa auf den langjährigen McLaren-Mercedes Test- und Ersatzfahrer, und mit Kamui Kobayashi auf eines der hoffnungsvollsten GP-Talente. Der 38-jährige spanische Routinier und der 23-jährige japanische Draufgänger bilden für Sauber eine erfolgversprechende Mischung aus Routine und Risiko.
Die beiden Neuen enthüllten denn auch auf der Start- und Zielgeraden des "Circuit de la Comunitat Valenciana Ricardo Tormo", der vor den Toren Valencias liegt, den neuen Boliden "made in Hinwil": Passend zum weissen Sauber-Ferrari C29, mit schwarzer Front- und Heckpartie, trugen De la Rosa und Kobayashi auch blütenweisse Rennoveralls. Das neue Auto ist gegenüber dem Vorjahresmodell etwas länger ausgefallen, weil das Fassungsvermögen des Tanks verdoppelt werden musste. Ab 2010 gibt es ja keine Tankstopps mehr, nur noch Boxenstopps zum Reifenwechsel.
Die beiden neuen Hinwiler Piloten werden demnächst übrigens beide in Zürich wohnen: De la Rosa lebt schon seit Januar 2007 mit seiner Frau und den drei Töchtern am Zürichberg, während Junggeselle Kobayashi seine Kölner Stadtwohnung so schnell wie möglich mit einer in Zürichn tauschen will.
Das auffälligste am neuen Sauber-Wagen ist die weisse Lackierung, Schriftzüge und Logos eines Hauptsponsors fehlen noch. Doch Peter Sauber versicherte, dass diese GP-Saison finanziell abgesichert sei. Mit dem alten, neuen Firmen-Vorsitzenden kamen auf die am 14. März in Bahrain beginnende GP-Saison hin, nicht nur die Ferrari-Motoren, sondern auch mehrere altbewährte Mitarbeitende und Weggefährten von Peter Sauber wieder ins Hightechwerk nach Hinwil zurück. Jene, die mit BMW nicht konnten oder wollten, kämpfen nun wieder an Saubers Seite -- das geht vom Finanzchef bis zum Chefmechaniker.
Zudem beförderte der Firmengründer seine bisherige Rechtskonsulentin und enge Vertraute, die 38-jährige Österreicherin Monisha Kaltenborn, zum neuen Managing Director am Standort Hinwil. Sauber will nur noch an den Rennstrecken in die operative Rolle als Teamchef schlüpfen, um als Verwaltungsratspräsident sein Unternehmen strategisch lenken zu können.