27.01.2010
(Si) Nach den Plätzen 11 (Salt Lake City) und 6 (Turin) nimmt die Schweizer Nati das dritte Olympia-Turnier unter Ralph Krueger in Angriff. Für das SEHV-Ensemble ist der Sprung in die Viertelfinals Pflicht.
Einen Platz unter den ersten acht hat Verbandspräsident Philippe Gaydoul gefordert, damit das letzte Vertragsjahr von Krueger auch bis und mit der WM in Deutschland erfüllt wird. Wenn man das Potenzial der wohl routiniertesten Equipe in der Ära Krueger anschaut, dann kann das Ultimatum des neuen starken Mannes sicher erfüllt werden: Vom Kader, das in Turin sensationell hintereinander die scheinbar übermächtigen Kanada und Tschechien bezwang, sind noch fast ein Dutzend Spieler dabei.
Die beiden klaren Leader in einer Equipe, bei der nach wie vor eine gute defensive Grundausrichtung oberste Priorität geniesst, verdienen ihre Brötchen in Nordamerika: Mit Jonas Hiller (Anaheim) steht ein Goalie im Kasten, der sich seit letzter Saison innerhalb der NHL viel Respekt verschaffte, und Verteidiger Mark Streit (New York Islanders) zählt mittlerweile zu den ligaweit wichtigsten Spielern.
Die Schweizer treffen ab dem 16. Februar der Reihe nach in einer der drei Vorrundengruppen auf die USA, den Gastgeber und Norwegen. Nach der Vorrunde kann es durchaus sein, dass es einen Mathematiker braucht, um den weiteren Ablauf festzulegen. Alle 12 Teams werden in einem gemeinsamen Ranking zusammengefasst, die vier bestklassierten werden direkt für die Viertelfinals gesetzt, wobei die drei Gruppensieger mit Sicherheit zu den Top 4 gehören. Die anderen acht ermitteln in vier weiteren Partien (5. gegen 12., 6. gegen 11., etc.) die weiteren Viertelfinalisten.
Top-Nationen zünden Feuerwerk
Auf internationaler Ebene ist die Vorfreude gross auf das vielleicht beste Turnier aller Zeiten. Die Top-Nationen haben einmal mehr mit Stars gespickte Aufgebote nominiert, die 276 gemeldeten Spieler teilen sich 54 Weltmeisterschaften und 28 Stanley-Cup-Titel. Sieben Spieler haben zudem die Möglichkeit, Eingang in den exklusiven "Triple Gold Club" (Olympia, WM, Stanley Cup) zu finden, dem bislang 22 Spieler angehören. Es sind dies Sergei Fedorow, Ilja Brysgalow (beide Russ), Pavel Kubina, Josef Vasicek (beide Tsch), Jere Lehtinen (Fi), Eric Staal (Ka) und Miroslav Satan (Slk).
Gewaltig wird der Druck auf dem Gastgeber sein, der mit seinen katastrophalen Leistungen in Turin die ganze Nation in eine Depression gestürzt hatte. Dank Spielern wie Martin Brodeur, Roberto Luongo, Chris Pronger, Joe Thornton oder Sidney Crosby gelten die "Ahornblätter" in jedem Fall als Mitfavoriten, allerdings wird jede Bewegung von ihnen mit Argusaugen verfolgt.
Der grösste Herausforderer dürfte Russland um die Superstars Alexander Owetschkin und Jewgeni Malkin sein, nachdem es Slawa Bykow gelungen ist, die "Sbornaja" nach 15 Jahren der relativen Erfolgslosigkeit zu zwei aufeinanderfolgenden WM-Titeln zu führen. Über viel Routine verfügt auch der von Peter Forsberg angeführte schwedische Titelverteidiger.