SKI ALPIN: TRAININGSBESTZEIT FÜR CUCHE

Ski Alpin

12.01.2010 

(Si) Perfekt präparierte Piste, stahlblauer Himmel und starke Schweizer Abfahrer -- die Eckpfeiler für ein weiteres Skifest in Wengen sind gesetzt. Schnellster im ersten Training zur Lauberhorn-Abfahrt vom Samstag war Didier Cuche, Carlo Janka wurde Dritter.

Die erste Trainingsfahrt zum 80-Jahr-Jubiläum in Wengen war wegen der ungünstigen Wetterprognosen um einen Tag auf Dienstag vorgezogen worden. Weil für heute tatsächlich leichter Schneefall und deutlich schlechteres Wetter vorhergesagt ist als für morgen Donnerstag und den Rest der Woche, entschloss sich FIS-Renndirektor Günter Hujara dazu, den Athleten einen Ruhetag zu gewähren. Das Abschlusstraining am Lauberhorn soll wie ursprünglich geplant am Donnerstag stattfinden. Didier Cuche stellte nach 2007 und letztem Jahr zum dritten Mal eine Bestzeit im ersten Training in Wengen auf. "Die Piste ist in hervorragendem Zustand und das Wetter spielte auch mit. So machts riesig Spass. Doch im Rennen muss ich noch einen Zacken zulegen", sagte der 35-jährige Neuenburger, der im Berner Oberland in zehn Anläufen noch nie gewinnen konnte. Die zwei zweiten Plätze vor zwei und drei Jahren -- jeweils hinter dem Amerikaner Bode Miller -- sind Cuches Bestresultate.

Auch Janka und Défago stark

Zweitschnellster im ersten Training war Werner Heel. Der Südtiroler lag nach über zweieinhalb Minuten Fahrzeit auf der mit 4465 m längsten Abfahrtsstrecke im Weltcup nur gerade neun Hundertstel zurück. Hinter Heel reihte sich bereits Carlo Janka ein (0,28 zurück). Der 23-jährige Bündner sorgte im Vorjahr bei seiner Premiere am Lauberhorn gleich für Aufsehen, als er die Super-Kombination gewann und in der Spezialabfahrt guter Zwölfter wurde. Heuer will "Jänks" noch weiter nach vorne: "Ich wollte im ersten Training etwas näher ans Limit gehen als gewohnt, damit ich weiss, was am Freitag in der Superkombi und am Samstag in der Abfahrt auf mich zukommt. Als Dritter ist mir das nicht schlecht gelungen. Fürs Selbstvertrauen war dieses Training sicher gut." Auch Didier Défago, der im Vorjahr vor der Wengener Rekordkulisse von 29 000 Zuschauern triumphiert hatte (und eine Woche später in Kitzbühel gleich nachdoppelte), zeigte sich als Sechster mit 0,35 Sekunden Rückstand auf seinen Namensvetter zufrieden. Vor dem Start seien ihm schon einige Bilder vom letztjährigen Sieg durch den Kopf gegangen, so der 32-jährige Walliser. "Doch während der Fahrt konnte ich mich gut konzentrieren. Ich bin sehr zufrieden mit dem Training. Ehrlich gesagt bin ich besser gefahren als ich es mir vorgestellt habe. Einzig das Ziel-S war nicht so gut", sagte Défago. Von der zweiten Schweizer Garde überzeugten in erster Linie der Glarner Patrick Küng (18.), der vor einem Jahr in Wengen sein Weltcup-Debüt gab, und der Walliser Ralf Kreuzer (53.). Dieses Duo verlor nur rund zwei Sekunden auf Cuche.

Walchhofer gestürzt

Mit dem Österreicher Michael Walchhofer verzeichnete einer der Topfavoriten auf den Sieg einen Sturz. Der Sieger der Lauberhorn-Abfahrt von 2005, der vor Jahresfrist im Rennen stürzte, blieb aber unverletzt. Wegen des Sturzes von Walchhofer musste sein nach ihm gestarteter Landsmann Klaus Kröll die Fahrt für mehrere Minuten unterbrechen. Das ÖSV-Speedteam möchte sich am Lauberhorn für die Jahrzehnt-Schlappe aus dem Vorjahr rehabilitieren. Damals klassierte sich mit Georg Streitberger -- gestern ex-aequo mit Janka Trainingsdritter -- der beste Österreicher nur im 18. Rang.

In Wengen immer zu den ersten Sieganwärtern gehört Bode Miller. Der überlegene Sieger von 2007 und 2008 musste sich im vergangenen Jahr Didier Défago nur um zwei Zehntel geschlagen geben. Gestern belegte der Amerikaner, der in der Altjahreswoche auf die Abfahrt in Bormio verzichtet hatte, mit 1,4 Sekunden Rückstand den 12. Rang.

Das weitere Programm in Wengen. Mittwoch: Ruhetag. -- Donnerstag: Zweites Abfahrtstraining. -- Freitag: Super-Kombination (Start Abfahrt 10.30 Uhr/Slalom 13.30 Uhr). -- Samstag: Lauberhorn-Abfahrt (12.30 Uhr). -- Sonntag: Slalom (1. Lauf 10.00 Uhr/2. Lauf 13.15).