07.01.2010
(Si) Schneefall beeinträchtigte das Abschlusstraining zu den Weltcup-Abfahrten in Haus im Ennstal. Mit Nadia Styger und Nadja Kamer auf den Rängen 13 und 14 klassierten sich zwei Schweizerinnen in den Top 15 einer Rangliste, die kaum Aussagekraft vermittelte.
Nadia Styger hatte mit Startnummer 1 quasi als Schneepflug eine Zeit vorgelegt, die letztlich nur von vier Fahrerinnen unterboten wurde, die bei ähnlichen Verhältnissen gestartet waren. Als Kontaktlinsen-Trägerin liebt sie das Schneegestöber eigentlich nicht, entsprechend war sie aufgeräumter Stimmung: "Dank dem 2. Platz im Super-G von Val d'Isère gehts sicher ringer. Hoffentlich kann ich das neue Jahr so gut anfangen, wie ich das letzte beendet habe." 1,37 Sekunden verlor Nadia Styger letztlich auf die Bestzeit der Norwegerin Lotte Smiseth Sejerstad, die mit Nummer 63 bei inzwischen besten Sichtbedingungen erstmals eine Trainings-Bestzeit im Rahmen des Weltcups realisierte und ebenso profitierte wie viele andere Aussenseiterinnen. Die ersten sieben Ränge wurden alle von Fahrerinnen mit Nummern von 46 und höher belegt. Schnellste der mit tiefen Nummern gestarteten Fahrerinnen war die Französin Marion Rolland (Nummer 23), vor Maria Holaus (Ö/Nummer 24). Wichtiger für Nadia Styger war der Vergleich mit Lindsey Vonn (Nummer 15), welche die bisher einzigen beiden Abfahrten des Winters in Lake Louise souverän gewonnen hatte und sich als Zehnte im Bereich der Schwyzerin klassierte. Die Amerikanerin nahm allerdings vor dem Ziel Tempo raus, womit bereits wieder klar ist, wer die grosse Favoritin in den Abfahrtsrennen von Freitag und Samstag sein wird.
Nadja Kamer mit Nummer 27 fuhr bei bereits etwas aufgehellter Sicht, durfte ihren Einsatz aber als ebenso geglückt werten wie Andrea Dettling (Nummer 28), die erstmals seit ihrem Sturz von Mitte Dezember in Val d'Isère wieder antritt und noch immer durch die Schuhrandprellung handicapiert ist. In einer bereinigten Rangliste der ersten 30 Nummern hätte sie Platz 10 belegt. Bedingt durch den Wetter-Umsturz wurde sie letztlich 30. Sorgen wegen ihrer Platzierung brauchen sich auch die übrigen der im Trainings-Klassement durchgereichten Schweizerinnen nicht zu machen. Fränzi Aufdenblatten, gestärkt durch ihren vor Weihnachten errungenen ersten Weltcupsieg, feiert in Haus immerhin ein Wiedersehen mit jener Strecke, auf der sie vor sechs Jahren als Dritte auf dem Podest stand. Seither fanden auf der Krummholz-Piste in der Steiermark keine Weltcuprennen mehr statt.